Bildung

Schulräume flexibler und modularer machen

Schliessfächer Schulhaus

Schulgebäude in der Stadt Zürich folgen noch immer der historisch gewachsenen Grundidee, dass Räume einem bestimmten, singulären Zweck zugeordnet werden. Fast wie vor 100 Jahren baut man deshalb für jede Verwendung einen eigenen Raum. Das macht Schulhausbauten unnötig gross und teuer. Mit einem flexibleren und modularen Ansatz ginge es auch anders. Deshalb haben Gemeinderätin Yasmine Bourgeois (FDP) und ich ein entsprechendes Postulat im Gemeinderat eingereicht.

Jüngstes Beispiel ist das Ergebnis des Projektwettbewerbs zum Schulhaus Borrweg, wo ein neues Gebäude erstellt werden soll. Für 18 Schulklassen sieht der Plan sage und schreibe 118 Räume vor, also 6,5 Räume pro Klasse. Dazu gehören separate Gruppenräume, Therapieräume und administrativ genutzte Räume.

Dieser horrende Platzverschleiss müsste nicht sein. Heute baut man neue Gebäude flexibler und die Einrichtung ist so modular wie möglich. So können Räume relativ kurzfristig oder sogar durch die Benutzenden selbst an das jeweilige Bedürfnis angepasst werden. Denkbar sind etwa bewegliche Wände und Möbel, multifunktionale Einrichtungen und modulare Stauflächen. Die entsprechenden Möglichkeiten sind heute deutlich besser als noch vor wenigen Jahren.

Um eine solche Flexibilisierung und Modularisierung für Neu- und Umbauten von Zürcher Schulhäusern zu prüfen, haben Gemeinderätin Yasmine Bourgeois (FDP) und ich am Mittwoch, 29. Januar 2020 ein Postulat im Gemeinderat Zürich eingereicht.

Der Text lautet:

„Der Stadtrat wird aufgefordert zu prüfen, wie er das Raumangebot und dessen Möblierung bei Neu- und Umbauten von städtischen Schulgebäuden und Betreuungseinrichtungen flexibilisieren kann. Flexibilisierung heisst dahingehend, dass Raumaufteilungen, Räume und deren Einrichtungen mit geringem Aufwand und innert relativ kurzer Zeit wechselnden Bedürfnissen angepasst werden können. Ebenso soll geprüft werden, wie die Mehrfachnutzung von geeigneten Räumen für verschiedene Zwecke in der Planung standardmässig und von vornherein berücksichtigt werden kann. Im Effekt soll die Anzahl benötigter Räume und dadurch die netto benötigte Gebäudefläche sinken. Die Investitionen in solche Lösungen sollen durch die Einsparungen bei der Gebäudefläche mindestens ausgeglichen werden.“

Wir sind gespannt, ob der Gemeinderat auf diese naheliegenden und im Effekt kosteneinsparenden Verbesserungsmöglichkeiten eingehen wird und unser Postulat überweist.

Ganzes Dokument auf der Webseite des Gemeinderates 

Autor

Dominique Zygmont ist Gemeinderat in der Stadt Zürich für die FDP im Kreis 7+8.

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